Kath. Pfarrgemeinde
St. Oliver, Laatzen
mit St. Mathilde und St. Josef

Katholiken von St. Oliver und evangelische Gemeinden bereiten für 17. Mai erste Andachten vor

Laatzen. Nach rund zwei Monaten Zwangspause wegen der Corona-Krise sind religiöse Versammlungen seit Donnerstag unter besonderen Auflagen wieder zulässig. Obwohl die beiden christlichen Kirchen in Laatzen schon ab dem Wochenende wieder Gottesdienste mit insgesamt rund 170 Besuchern in den Gotteshäusern feiern dürften, wollen sie wegen der nötigen Vorbereitungen frühestens ab dem 16. Mai damit beginnen. Hier der Überblick zu Terminen, Angeboten und Bedingungen:

Wir haben so lange warten müssen, da wird es auf eine Woche mehr nicht ankommen“, sagt Thomas Berkefeld, der als Pfarrer von St. Oliver für den gesamten Pastoralbereich spricht. Erstmals am Sonnabend, 16. Mai, 18.30 Uhr, werde es wieder eine Vorabendmesse geben. Tags darauf um 11 Uhr dann den Sonntagsgottesdienst. Schon jetzt ist vieles vorbereitet. So sind die Weihwasserbecken an den Eingängen abgeklebt und die Plätze für die in Laatzen nur noch zulässige Zahl von 50 Gottesdienstbesuchern mit Kerzen gekennzeichnet – in jeder zweiten Reihe und mit gebührendem Abstand. Die genauen Handlungsanweisungen des Bistums Hildesheim kämen aber erst am Freitag, und das sei zu kurzfristig.

Gemeinden brauchen Zeit
Auch die fünf Gemeinden der evangelischen Kirchenregion benötigen über das Stühlerücken, Abständekennzeichnen sowie das Bereitstellen von Desinfektionsmitteln und Masken noch Zeit für Vorbereitungen. Klar ist: Sowohl in der Arche der Thomasgemeinde (45 Plätze plus einige weitere im Foyer) wie auch der Immanuelkirche (50 Plätze) und bei St. Marien in Grasdorf (22 Plätze) wird es am Sonntag, 17. Mai, um 10 Uhr wieder erstmals Gottesdienste geben. Besucher sollten früh kommen, um in Ruhe den Platz einnehmen zu können, so der Rat.

Das gemeinschaftliche Singen ist aus Sicherheitsgründen – wegen der möglichen Verteilung infektiöser Tröpfchen – verboten. „Das fällt uns am schwersten“, gesteht Pastorin Karin Diekow von der Thomasgemeinde. Immerhin: Die Orgeln aber sollen überall erklingen. Auch andere Einzelinstrumente und Sologesänge sind erlaubt. So will Pfarrer Thomas Berkefeld von St. Oliver mit entsprechendem Abstand singen. Die Besucher könnten ja mitsummen, so der Pfarrer. Wer Text und Musik folgen wolle, müsse aber sein eigenes Gesangbuch mitbringen. Die Exemplare der Gemeinden bleiben vorerst unter Verschluss.

Ob in der Arche und bei Immanuel ein Solist von der Empore zu hören sein wird, stehe noch nicht fest. Erlaubt sei dies, stellt Pastorin Diekow klar, aber noch nicht abschließend geklärt. Ganz sicher still bleiben wird es diesbezüglich in Grasdorf. Der Kirchenvorstand habe sich mit Verweis auf die Aerosolwirkung auch gegen Sologesang entschieden, sagte Pastorin Ilka Straeck. Sollten am 17. Mai mehr Menschen kommen, als Plätze zur Verfügung stünden, werde um 11 Uhr ein weiterer kurzer Gottesdienst angeboten.

Um Infektionsketten nachvollziehen zu können, sind Gemeinden ähnlich wie Friseure und Restaurantbetreiber verpflichtet, Namenslisten von Besuchern anzufertigen. Die evangelischen Gemeinden in Laatzen wollen zwar auf vorherige Anmeldungen weitestgehend verzichten. Gleichwohl müssen Gottesdienstbesucher dort vor Ort Namen und Adresse nennen. „Wir hoffen, die Menschen von der Notwendigkeit überzeugen zu können“, so Straeck. Die Listen seien Teil eines umfangreichen Katalogs mit Sicherheitsmaßnahmen, die abzuarbeiten und zu dokumentieren seien.

Anmeldungen sind nötig
In Gleidingen, wo die Kirche wegen Sanierungsarbeiten gesperrt und Gottesdienste ab dem Wochenende 23. und 24. Mai im kleinen Gemeindesaal gefeiert werden, müssen sich die dort zulässigen bis zu zehn Besucher vorher im Gemeindebüro anmelden. Das Gleiche gilt für die katholische Gemeinde von St. Oliver, wo von Montag, 11. Mai, an Wunschtermine für bis zu zwei Gottesdienste reserviert werden können.

Wer den Besuch in den Kirchen scheut, kann alternativ an den Wochenenden die in der Rethener St.-Petri-Gemeinde produzierten Onlinegottesdienste ansehen oder den Livestream aus der St.-Oliver-Kirche verfolgen. Auch die sogenannten Brief-Gottesdienste mit Texten und Liedern würden weiterhin angeboten und verteilt, teilten die Laatzener Kirchenvertreter mit.

Da der Park der Sinne derzeit gesperrt und die dort übliche Veranstaltung der Kirchenregion abgesagt ist, wird es Freiluftgottesdienste ausschließlich auf dem Vorplatz der St.-Oliver-Kirche geben. An der frischen Luft ist dann Platz für rund 120 Gläubige. Zusätzlich zu den für Himmelfahrt und Fronleichnam geplanten Gottesdiensten der Katholiken wird es auch einen ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag geben. „Den feiern wir bei jedem Wetter“, betont Straeck – „und wenn alle mit Regenschirmen da sitzen.“

Quellenangabe: Laatzen/Sarstedt vom 08.05.2020, Seite 1