Kath. Pfarrgemeinde
St. Oliver, Laatzen
mit St. Mathilde und St. Josef

Der gute Hirte mal digital

„Michael, du würdest dann das Startsignal geben?“ Es klingt wie im Hintergrund bei der Übertragung eines Gottesdienstes im Fernsehen. Ein bisschen ist das auch so bei der „Kinderkirche@ Home“ in St. Oliver in Laatzen. Aber Kinder werden hier nicht nur berieselt. Sie machen mit.
Der Angesprochene, Michael Hoppe – Mann für alles Technische bei der Kinderkirche – gibt das gewünschte Signal. Videokonferenz steht. Die Fragende, Julia Benne, lädt die Kinder vor- ab noch mal zum Üben ein. Das Vaterunser. Allerdings mit Bewegungen.

Derart aufgeweckt, begrüßt Julia Benne die Kinder, die sich zu zweit oder zu dritt vor dem heimischen Bildschirm drängeln. Alle mit Namen. Dann wird die Jesuskerze entzündet und eine Klangschale angeschlagen: „Damit Gott in unserer Mitte Licht für die Menschen ist“, sagt sie. Und alle miteinander ruhig werden.

Es wird viel gesungen in der kommenden halben Stunde. Burkhart Kindel stimmt vom eigenen Wohnzimmer aus die Lieder mit seiner Gitarre an, Michael Hoppe blendet dazu die Texte für alle sichtbar ein.

Die Geschichte von König David in Bildern
Hoppe blendet noch mehr ein: eine Bildgeschichte über König David. Nicht aus seiner Zeit als Herrscher über Israel, sondern als er noch Schafhirte war und sich die Zeit mit Harfenspiel vertrieb. Vom Band kommt die Geschichte nicht, sondern Jutta Siebert liest sie ausdrucksvoll vor. Live. Doch vorab haben die Kinder noch mal gesungen: ein „Halleluja mit Händen und Füßen“. Das ist aus zwei Gründen für die Kinderkirche bedeutsam. Zum einen das Video, das Michael Hoppe dazu einspielt. Da haben Kinder aus St. Oliver dazu beigetragen. – auch die, die gerade vor dem Bildschirm sitzen. Sie haben Clips mit Gesang und Bewegungen aufgenommen. Michael Hoppe hat daraus das kleine Kunstwerk zusammengeschnitten. Zum an- deren: Das Halleluja kündigt an, dass es jetzt um etwas besonders Wichtiges geht. So wie es im Gottesdienst vor dem Evangelium gesungen wird.

„Normalerweise steht bei uns das Tagesevangelium im Mittelpunkt“, sagt Julia Benne später. Manchmal aber weicht das Team davon ab. Denn heute geht es um eine besonders frohe Botschaft: Gott ist einer, der sich kümmert. Wie ein Hirte um seine Schafe.

Lea hat‘s gefallen. Die Neun- jährige geht bald zu Kommunion. Was ihr besonders gefällt? „Das Singen“, sagt sie. Nach einer kleinen Pause: „Und die Geschichten.“ Schön ist auch, dass sie mal wieder die anderen Kinder sieht und ihnen zuwinken kann. Genau das war dem Team wichtig.

„Die Kinderkirche, parallel zum Gottesdienst, gibt es schon ewig in St. Oliver“, sagt Julia Benne, die selbst seit über zehn Jahren dabei ist. Kindgerecht von Jesus hören, Gemeinschaft erleben – das waren immer die Leitgedanken: „Als nun alles we- gen Corona geschlossen wurde, wollten wir aber weitermachen.“ Damit die Kinder sich sehen. Nebeneffekt: Auch das Team trägt die gemeinsame Arbeit durch die schwierige Zeit. Nicht nur, weil an jedem Freitag für den Sonntag „geübt“ wird.

Gibt es noch was zu verbessern? „Wir würden gern noch interaktiver sein“, meint Marcel Ditté. Da stößt die Kinderkirche im Digitalen an ihre Grenzen: „So richtig live können wir die Kinder direkter anschauen.“

von: Rüdiger Wala