Wird die St. Mathilden Kirche zum Studentenwohnheim?

Wird die St. Mathilden Kirche zum Studentenwohnheim?

Laatzener Architekt Bernd Amberge bringt eine Idee ins Spiel, die den Stadtteil beleben könnte. Allerdings müssten dafür Investoren gefunden werden.

Alt-Laatzen. Von Johannes Dorndorf
Vor einem Jahr hat sich die Laatzener St. Oliver Kirchengemeinde entschieden, die katholische St. Mathilden-Kirche im Stadtteil Alt-Laatzen mittelfristig aufzugeben. Jetzt gibt es einen spektakulären Vorschlag für die künftige Nutzung des Gebäudes: Der Architekt Bernd Amberge schlägt vor, das Gotteshaus zu einem Wohnheim für Studierende umzubauen. „St. Mathilde ist meine Heimatkirche. Ich bin hier selbst zur Kommunion gegangen und war Messdiener, bevor St. Oliver in Laatzen Mitte gebaut wurde“, sagt Amberge, der in Alt-Laatzen lebt und ein Architekturbüro in Hannover-Döhren betreibt. Als er erfuhr, dass die Gemeinde die Kirche aufgeben will, habe er sich Gedanken über die Nachnutzung gemacht. „Wir haben dasThema aus dem Büro heraus ohne irgendwelchen Auftrag bearbeitet”, berichtet der 61-Jährige.

24 Apartments auf drei Etagen
Herausgekommen ist ein ambitionierter Entwurf. Er sieht vor, auf Höhe der Orgelempore eine Zwischendecke einzuziehen und den Dachstuhl auszubauen, sodass die Studentinnen und Studenten auf drei Etagen leben würden. Die 24 Apartments wären zwischen 19 und 50 Quadratmeter groß und erhielten Mini-Bäder. Die Wohnungen in den beiden oberen Etagen würden maisonetteartig angelegt, mit einer Schlafgelegenheit auf der jeweils oberen Ebene.Im Bereich der heutigen Orgelempore sind auf den beiden oberen Etagen Gemeinschaftsbereiche mit Küchen und Essbereichen vorgesehen. Amberge geht es auch darum, den ursprünglichen Charakter des Gebäudes in Teilen zu bewahren. „Wir versuchen, den Altarraum erlebbar zu erhalten”, dieser könnte zum Gemeinschaftsraum für das Erdgeschoss mit Küchen- und Essbereich werden. „Die gelben Verglasungen und die große Raumhöhe würden erhalten bleiben.“ Ideale Lage nahe dem Expo-Campus Insgesamt entstünde durch die Umbauten eine bewohnbare Gesamtfläche von 1335 Quadratmetern -inklusive Fluren, Gemeinschaftsflächen und Eingangsbereich. Außen würden die vertikalen Fensterbänder nach unten verlängert, um Licht in die Erdgeschosswohnungen zu bekommen. Denkmalgeschützt ist das Gebäude laut Kirchenvorstand nicht. Den Standort für ein Studierendenwohnheim hält Amberge für ideal. „Es wäre in der Nähe vom Expo-Campus. Wenn ich mich in meine Studentenzeit zurückversetze, hätte ich gerne in einem belebten Stadtteil gewohnt und nicht neben Gewerbeeinheiten“, sagt er mit Bezug auf Unterbringungen wie die amExpo-Gelände. „So muss ich nur die Kronsbergstraße anderthalb Kilometer langgehen und bin beim Campus.“ Hinzu kämen Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe und die Anbindung an die Stadtbahn. Bei der Gemeinde stößt der Vorschlag auf offene Ohren. „Ich fände das für Alt-Laatzen toll, da man eine junge Bevölkerung anziehen würde“, sagt Jutta Siebert, Vorsitzende des Kirchenvorstands von St. Oliver. Allerdings seien mehrere Dinge zu klären. So werde die Gemeinde ein solches Wohnheim nicht selbst betreiben können, sondern müsse einen Interessenten finden, der auch dieUmbauten finanziert.

Wohnen auf drei Ebenen: Die Pläne sehen eine Zwischendecke über den Erdgeschosswohnungen vor. In den beiden oberen Etagen sollen maisonetteartige Apartments entstehen.

Ansicht von der Nordseite: Die einzelnen Apartments sollen mit Mini-Bädern ausgestattet werden. Auch der Dachbereich würde ausgebaut.
Fotos (2) Amberge

Auch orthodoxe Gemeinden haben Interesse
Vor allem könnte es schwierig werden, das Gebäude von der angrenzenden Kita der Gemeinde und der bewohnten Pfarrwohnung baurechtlich zu trennen. Bei einem Verkauf des gesamten Komplexes müssten umfangreiche Regelungen getroffen werden. „Dass sich dafür jemand findet, ist eher unwahrscheinlich“, vermutet Siebert. „Wir gehen deshalb von Erbpacht aus.“ Derzeit sei man dabei, solche rechtlichen Fragen zu klären. Auch hätten zwei orthodoxe Gemeinden – eine mazedonische und eine serbische – Interesse an dem Gotteshaus angemeldet, sagt Siebert. Dabei gebe es noch keine Vorentscheidung bei St.Oliver.„Wir haben noch keine Präferenzen, sondern schauen erst einmal, welche Möglichkeiten wir haben”, so die Kirchenvorsteherin. Zur entscheidenden Frage könnte die Finanzierung werden. Amberge schätzt die Kosten für einen Umbau überschlägig auf 3,2 Millionen Euro, einschließlich energetischerSanierung. „Es sind allerdings ganze viele Parameter noch nicht abgesichert“, stellt er klar.

Büro ist auf Bauen im Bestand spezialisiert
Der Architekt kann auf jahrelange Erfahrungen mit solchen Projekten zurückgreifen. So hat sich das gleichnamige Büro auf Bauen im Bestand spezialisiert – mit einem nachhaltigen Fokus auf Um- und Anbauten statt Abriss und Neubau. Zu besichtigen ist dies etwa auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik in Rethen, auf dem Amberge denUmbaudes sogenannten Zuckerhauses, in dem früher Saisonarbeiter und Kantinenräume untergebracht waren, zu einem Wohn- und Geschäftshaus geplant hat. „Da haben wir unsere ersten Erfahrungen gemacht“, sagt der Laatzener. Weitere Projekte sind unteranderem die Erweiterung des Pfarrbüros von St. Oliver in Laatzen-Mitte, der Umbau der BertaKlinik in Hannover zu Praxen und Wohnungen und die ehemalige HDI-Hauptverwaltung, in der Verwaltungsgebäude zu Wohnungen wurden. Die Zeit, in der katholische Gottesdienste bei St. Mathilde gefeiert werden, nähert sich unterdessen ihrem Ende. Im Frühjahr hat der Kirchenvorstand beschlossen, dass dort spätestens am 30. Juni 2026 Schluss sein soll.

Der Artikel erschien in den Leine Nachrichten am 29.09.2025

Rechtsextremismus als Herausforderung für die Kirche – Nicht wieder ist jetzt

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Eine Abendveranstaltung zum Projekt: „Kirche für Demokratie – Verantwortung übernehmen – Teilhabe stärken“ – und den Erfahrungen der KEB – Sachsen- Anhalt aus dem Bistum Magdeburg mit Frau Susanne Brandes fand am 16.09.2025 in unserer Gemeinde statt.

Warum überhaupt die Beschäftigung mit diesem Thema bei uns?

Nach vorliegenden Erfahrungen spiegelt sich die Verteilung der unterschiedlichen politischen Meinungen auch in unserer Gemeinde wieder. Dabei geht es nicht um die Verurteilung einer konservativen Meinung. Die Unterteilung in politisch links und rechts passt bei genauerer Betrachtung selten pauschal.

Doch leben wir momentan in Deutschland damit, dass nur noch jeder Dritte in staatliche Institutionen vertraut. Ausgrenzende, verurteilende Begriffe wie Remigration, Wirtschaftsflüchtlinge werden schleichend zur Gewohnheit. Eine Zunehmende Tendenz ist in vielen Demokratie zu bemerken, Freiheitsrechte zugunsten von Parteien und Personen aufzugeben, um einer augenscheinlichen Mehrheit eine ‚bessere Zukunft‘ mit Hilfe autoritärer Massnahmen zu versprechen. Dafür werden auch Werte des Christentums wie das Familienbild missbraucht

In Deutschland haben sich Bischöfe und katholische Organisationen eindeutig gegen den völkischen Nationalsozialimus der AFD positioniert und fordern auf, die Stimme gegen Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus zu erheben, für Menschlichkeit und demokratischem Handeln.

Autor: Cornelia Sanders

„Du hast uns deine Welt geschenkt“

Du hast uns deine Welt geschenkt

Detlev Jöcker

Im Rahmen der Krabbelkirche haben wir uns mit dem Herbst beschäftigt. Wenn sich die Blätter verändern, bereitet sich die Natur langsam auf den Winter vor. Zu dieser Zeit sammeln Tiere ihren Vorrat für den Winter und auch wir fahren in dieser Zeit die Ernte ein. Mit Gebeten und Liedern haben wir Gott für seine gute Schöpfung gedankt.

Carolin Hoppe

Kirche für Demokratie

Herzliche Einladung zu unserem nächsten Vortrag in der Reihe Demokratie und Vielfalt mit dem Thema:

Rechtextremismus als Herausforderung für die Kirche

Erfahrungen und Projekte aus dem Bistum Magdeburg

Referentin: Frau Brandes von der KEB Sachsen Anhalt

Die KEB Sachsen Anhalt ist Preisträger des 5. kath. Preises der deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus mit dem Projekt: „Kirche für Demokratie, Verantwortung übernehmen -Teilhabe stärken“.

Am 16.09.2025 um 19:00 Uhr im Pfarrheim der kath. Pfarrgemeinde St. Oliver Laatzen.

Weitere Informationen:  Cornelia Sanders