Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich, still und leise;
Und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise.
Wo Gottes große Liebe in einen Menschen fällt,
da wirkt sie fort in Tat und Wort
hinaus in uns’re Welt.

Lieber Kaplan Buslov, lieber Kirill,

ich gratuliere dir im Namen unserer St. Oliver-Gemeinde und auch der St. Bernward-Gemeinde ganz herzlich zu deiner Priesterweihe, die gestern im Hildesheimer Dom stattgefunden hat. Wir freuen uns mit dir. Knapp zwei Jahre lang bist du als Diakon unser Wegbegleiter gewesen und wirst nun in Zukunft unser Kaplan sein.
Über deinen Werdegang und damit über deine Berufung hast du vor kurzem in unserer Pfarrgemeinderatssitzung ganz authentisch und mich sehr berührend gesagt : Gott ist verliebt in mich und ich in ihn.
Damit hast du deine Berufungsgeschichte als ein Bewusstwerden des Geliebtseins durch Gott beschrieben. Und dein Primizspruch, den du gewählt hast, greift diesen Gedanken treffend auf.
Er steht bei 1 Joh. 3,16 und lautet:
Daran haben wir die Liebe erkannt, dass Er sein Leben für uns hingegeben hat.
Ein Priester ist ein Handwerker der Nächstenliebe, diese Beschreibung, die ich entdeckte, gefällt mir. Er gibt den Menschen mit Herz und Hand, was sie in bestimmten Lebenssituationen zum Leben brauchen: Halt und Trost, Festigkeit und Stärke, Hoffnung und Vertrauen.

 

Mit der Priesterweihe, lieber Kirill, hast du dich auf den Weg der Nachfolge Jesu begeben. Damit bist du zu einem Brückenbauer zwischen den Menschen und Gott geworden. Das ist zweifelsohne nicht leicht in einer Zeit, in der oft immer weniger von Gott die Rede ist. Bleibe mit den Füßen auf dem Boden und mit den Herzen bei den Menschen.
Das Wort Gottes braucht Verkünder- Gesichter, Männer und Frauen, die es bezeugen. Du bist ein solcher Verkünder, in zahlreichen Predigten, aber auch in deiner ganzen Haltung hast du Gottes Liebe uns gezeigt. Mögest du weiterhin den Menschen nahe sein, so dass Glaube sich entfalten kann.

Ich wünsche dir für deinen priesterlichen Dienst, der zugleich Gabe und Aufgabe sein wird, Mut und Kraft, das Evangelium mit Überzeugung zu verkünden.
Ich wünsche dir, dass du die Liebe und Zuwendung Gottes immer selbst erfahren darfst und durch deinen priesterlichen Dienst den Menschen zum Segen wirst.

Wir feiern heute das Pfingstfest. Am Himmelfahrtstag, 10 Tage vorher, ist Jesus zu seinem Vater zurückgekehrt und hat zu Pfingsten seinen Jüngern den Heiligen Geist als Beistand gesandt.
Der Theologe Wilhelm Bruners beschreibt die damalige Situation der Jünger in Jerusalem mit den folgenden Worten ganz treffend. Sie machen deutlich, welche Herausforderungen auch auf dich zukommen werden.

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Da heißt es: Als er sich von seinen Freunden verabschiedete, hängte er ihnen keine Orden an die Brust, verlieh er ihnen keinen Titel, als er sich von seinen Freunden verabschiedete und sie in die Welt schickte mit den Worten: Geht zu allen Völkern und verkündet ihnen das Evangelium, gab er ihnen seinen langen Atem. Ich wünsche dir auf deinem Weg, den du vor dir hast, seinen langen Atem. So überreiche ich dir heute, am Tag deiner Primiz, zunächst eine Windmühle mit dem Wunsch verbunden, dass die Kirche durch dein Wirken lebendig bleibe und vielfarbig ausstrahlen möge.Und ich gebe einen Segen mit.Es ist ein Liedtext von Eugen Eckert.Gott schenke dir den Boden, der dich hält, Sonne zum Wachsen und zum Reifen, Wind, der dich beflügelt, Regen, der dich tränkt. Gott schenke dir das Feuer, das dich wärmt, Licht um dich her und auch im Herzen, Glück, das du vervielfachst, Brot, das du vermehrst. Gott schenke dir den Arm, der dich beschützt, Freunde für heute und für morgen, Kraft für deine Wege, Frieden allezeit. Gott schenke dir den Schlaf, der dich erquickt, Träume, die Horizonte weiten, Dank für das, was gut geht, Hoffnung, selbst im Leid.

Gott schenke dir Segen und Gedeihn.
Christine Braun , Vorsitzende vom Pfarrgemeinderat St. Oliver

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