Fronleichnam in St. Oliver

Wohl noch nie war es an Fronleichnam derart heiß in Laatzen wie gestern, als Hunderte Gläubige zu einem Freiluftgottesdienst mit anschließendem Prozessionszug zusammenkamen. Der von der katholischen St.-Oliver-Gemeinde gestaltete Feiertag begann auf einer Wiese an der Leinerandstraße. Anders als in den Vorjahren wehte dort aber kaum ein Lüftchen und so harrten die Besucher bei sommerlichen Temperaturen in der Sonne aus.

Gegen 10 Uhr, nach der Eucharistiefeier, startete der Prozessionszug. Singend und betend reihten sich Hunderte Gläubige ein. Vor dem Prozessionszug gingen Blüten streuende Kinder sowie Kerzen und Glocken haltende Messdiener. Auch das Herzstück des Zuges fehlte am Donnerstag nicht: Die Monstranz mit einer geweihten Hostie wurde unter einem Baldachin getragen. „Da es die Feier des Abendmahls ist, sind auch die Erstkommunionkinder bei der Prozession dabei“, erklärte Pfarrer Thomas Berkefeld.

Begleitet wurde die Fronleichnamsprozession von einer Bläsergruppe aus Göttingen. Auf dem etwa 30-minütigen Weg zur St.-Mathilden-Kirche hielt der Zug an mehreren Stationen für Gebete, Fürbitten und Lieder.

Fronleichnam wird auch das Fest des Heiligen Leibes und Blutes Jesu genannt und in Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu gefeiert. „Durch das Brot bleibt Jesu über die Jahre erhalten“, erklärt Berkefeld, der seit zwölf Jahren Pfarrer bei St. Oliver ist. Fronleichnam bedeute für ihn, den Glauben öffentlich zu machen. „Wir möchten zeigen, dass wir uns in unserem Glauben auch für die Stadt verantwortlich fühlen und deshalb das Heilige durch die Stadt tragen“, sagt der Pfarrer, der einen großen Wunsch hat: dass Fronleichnam auch in Niedersachen ein Feiertag wird.

Text: Leine Nachrichten 01.06.18, rw | Foto: A. Müller