Pfarrer Berkefeld feierte Priesterjubiläum

Es gab Fahnen und Weihrauch, ein Projektchor sang das Anima Christi, und rund 30 Messdiener hatten sich im Altarraum versammelt: Mit einer feierlichen Dankmesse in der überfüllten St.-Oliver-Kirche hat Pfarrer Thomas Berkefeld sein Silbernes Priesterjubiläum gefeiert. In seiner Predigt erinnerte er daran, wie er am 10. Oktober 1994 in Rom zum Priester geweiht worden war. Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Christine Braun würdigte Berkefelds Engagement: „Sie haben ein Herz, das Liebe und Zuwendung ausstrahlt – sie sind ein echter Glücksfall für Ihre Gemeinden“, sagte sie unter dem langen Applaus der Besucher. Pastor Straeck lobte den Einsatz des Priesters für die Ökumene. Und Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger fand Worte besonderer Wertschätzung: „Ihre Art, die Liturgie zu feiern, ist für mich wie die Musik von Wolfgang Amadeus Mozart“, sagte er.

In einem sehr persönlichen Schreiben an die Gemeinde beschrieb Pfarrer Berkefeld, der seit 13 Jahren in St.Oliver lebt und seit zwei Jahren zusätzlich leitender Pfarrer für St. Augustinus, St. Bernward und Heilige Engel ist, wie das Berufsbild des Pfarrers sich in den vergangenen Jahren gewandelt hat – und zugleich dankte er für viele Begegnungen. Hier ein Auszug aus seinem Brief.

„Ob es richtig war, Priester werden zu wollen, habe ich mich nie gefragt. Ich kann und will die Situation nicht schönreden: Unsere Kirchen werden leerer, die Arbeitsbelastung für alle nimmt zu, manchmal ist es wirklicher Stress; das gesellschaftliche Interesse an den Antworten des christlichen Glaubens nimmt ab, eine ablehnende, manchmal fast feindselige Stimmung gegenüber der Kirche nimmt zu. Aber ich erlebe auch viel Schönes: Ich erlebe ein unglaublich hohes Verantwortungsbewusstsein und Engagement von Ehrenamtlichen, die mit mir arbeiten. Ich erlebe konstruktives Ringen um neue Wege in meinen Gemeinden und die Suche nach ehrlichem Glauben. Ich habe Mitarbeiter, die Sorgen und Lasten mit mir tragen. Ich fühle mich willkommen in den Gemeinden und Kirchen, in denen ich Gottesdienste feiere. Ich selbst feiere die Gottesdienste gern, ich fühle mich durch sie getragen und bestärkt. Ich bin gerne hier.“

Text: Simon Benne

Bildergalerie

Das Glück des Menschen liegt nicht in Geld und Gut, sondern es liegt in einem Herzen, das Liebe und Zuwendung ausstrahlt. (A. Kolping)

Lieber Pfarrer Berkefeld, ja ein solches Herz haben Sie, ein Herz, das Liebe und Zuwendung ausstrahlt. Sie sind ein echter Glücksfall für uns, die Gemeinden, unbezahlbar. Mit großer Freude und Dankbarkeit gratuliere ich Ihnen herzlich im Namen aller hier Anwesenden und aller Gemeindemitglieder Ihrer Gemeinden, zu Ihrem Silbernen Priesterjubiläum.
Mit Ihrer liebevollen Ausstrahlung begegnen Sie uns stets mit Freundlichkeit,  Warmherzigkeit und großer Offenheit. Dabei erleben wir Ihre große Gabe, die Menschen anzusprechen, sie zu ermuntern, zu bestärken und zum Mittun zu bewegen.
Sie lassen den Menschen dabei viel Raum und Eigenständigkeit, sind sensibel in der Begleitung und vor allem hin- und zu-hörend. Ihnen ist es immer wichtig, den Menschen wahrzunehmen mit seiner Freude und seinen Hoffnungen, aber auch seinen Fragen und seinen Zweifeln, seinen Ängsten  und Traurigkeiten. Es sind stets Begegnungen auf Augenhöhe, die weder belehrend noch besser wissend  ankommen, sondern ermutigend sind und dem Gegenüber Vertrauen und Wertschätzung schenken.
Ihre einladende und gewinnende Art hat in unserer Gemeinde Spuren hinterlassen und dazu geführt, dass auch wir eine einladende und offene Gemeinde sind. Ihr Beispiel motiviert und inspiriert zugleich.
Ihr priesterliches Amt haben Sie stets mit großer Würde ausgefüllt und überzeugend gelebt. Ihre Haltung und Ihr Handeln sind von großem Gottvertrauen geprägt, Ihre tiefe Gläubigkeit strahlt aus.
Viele Begegnungen haben in den knapp 13 Jahren stattgefunden, unzählige Gottesdienste haben Sie mit uns gefeiert, die sich auch durch besondere gestalterische Elemente  auszeichneten und eindrucksvolle Bilder in der Erinnerungen hinterließen.
In Ihren überzeugenden Predigten, frei gesprochen ohne jegliche schriftliche Notiz, haben Sie uns Gottes Wort nahegebracht und Worte gefunden, die unsere Seele und unsere Herzen berührt haben. Vielleicht kann man sagen, Sie haben Gott für uns geerdet und sind so für uns zum Brückenbauer zwischen Himmel und Erde geworden. Ein äußeres Zeichen ist da zweifelsohne Ihre Liebe zum Weihrauch, der häufig in unseren Gottesdiensten zum Einsatz kommt.
In einem unserer Lieder heißt es: Weil der Himmel uns braucht, sind wir da. Hier geändert in: Weil der Himmel Sie braucht, sind Sie da.
Ja, weil der Himmel Sie braucht, hat Gott Sie berufen, sind Sie für die Menschen da, um diese immer wieder mit dem Himmel, mit Gott, in Verbindung zu bringen.

Bei Ihrer Begrüßung vor knapp 13 Jahren in St. Oliver haben wir Ihnen folgende Wünsche mit auf den Weg gegeben. Da hieß es: Wir wünschen Ihnen

  • dass Sie sich nicht nur in vorgegebenen und eingefahrenen Spuren bewegen, sondern Ihre eigene Richtung suchen und finden.
  • dass Sie auch kleine Dinge im Leben wahrnehmen und sich darüber freuen
  • dass Sie bei wichtigen Entscheidungen Gelassenheit, Stehvermögen und Weitblick behalten dass Sie auch für lange und beschwerliche Wegstrecken stets Begleiter finden, auf die Verlass ist
  • dass in Ihnen die verschiedensten Töne zum Klingen kommen und dass Sie stets im Einklang mit Ihnen leben.

Heute, am Tag  Ihres Silbernen Priesterjubiläums, können wir sagen:
Viele der Wünsche sind für Sie in Erfüllung gegangen. Wir haben gerade das Erntedankfest gefeiert. Im Bild dieses Festes können wir feststellen: Sie waren und sind ein guter Sämann, haben gute Saat gelegt und vieles auch bei uns Ihrer Gemeinde zum Wachsen und Blühen gebracht und mittlerweile auch ernten können. Ein bekanntes Sprichwort aus Afrika beschreibt es in treffender Weise: Wo Gott dich hingesät hat, da sollst du wachsen und blühen.
Heute, bei der Feier Ihres Silbernen Priesterjubiläums, sagen wir danke für all das, was Sie in unseren Gemeinden bewegt haben. Ja, Dankbarkeit ist das Gedächtnis des Herzens. Wir haben Sie in unser Herz geschlossen, freuen uns auf die weitere gemeinsame Wegstrecke und wünschen Ihnen im Sinne der Glücksformel des Adolph Kolping: Behalten Sie ein Herz, das weiterhin mit Liebe und Zuwendung den Menschen begegnet und Gott den Menschen nahebringt.

Christine Braun, PGR -Vorsitzende  St.Oliver

Predigt vom 20. Okt. 2019
Hinweis: Bei den ersten 2 Minuten ist das Bild leider unscharf, bitte haben Sie etwas Geduld.
Wenn Sie rechts unten in das Video klicken wird der Beitrag größer dargestellt!

Danksagungen & Glückwünsche