Tanzen und Beten mit Leib und Seele

 

„Wie ein Baum am Wasser gepflanzt“, zu diesem Thema kamen am 2. Septemberwochenende 14 Frauen aus der Region Hannover, Hildesheim, Braun-schweig und Gieboldehausen in der Bildungsstätte St. Martin zusammen. Unter der Anleitung der Kursleiterin Christine Braun aus der Kirchengemeinde St. Oliver in Laatzen tanzte die Gruppe manchmal meditativ, manchmal beschwingt zu geistlichen und folkloristischen Musikstücken.

In den Kreistänzen wird eine besondere Gemeinschaft erfahren, eine Hand gibt, eine Hand nimmt, der Choreografie folgend muss jede Tänzerin auf ihre Nachbarinnen achten. Fehlschritte führen nicht zum Abbruch, sondern werden im guten Miteinander integriert. Die gemeinsame Bewegung stoppt nicht. Dennoch ist es wesentlich für den Tanz, dass der Rhythmus aufgenommen wird, die Melodie in den Tänzerinnen schwingt, um zur inneren Ruhe zu finden, um den Tanz als Ausdruck von Leib und Seele zu empfinden.

In einer französischen Legende lobt der Abt den tanzenden Mönch, er habe in seinem Tanz in der Kapelle eindringlicher zu Gott gesprochen als andere, deren Gebetsworte nur von den Lippen, nicht vom Herzen geformt werden.

Heidrun aus Braunschweig formuliert das Besondere beim Tanzwochenende so: „Ich wurde vom gemeinschaftlichen Tun und der Musik berührt, emotional angesprochen, Lachen und Weinen gehörten dazu. In dieser Gemeinschaft wurde man so aufgenommen wie bei Gott, in seinem So-Sein.“

Für Andrea aus Hannover ist der Wortgottesdienst am Morgen eine Bereicherung. Das Gespräch über die Texte, die persönlichen Bitten und das tanzende Gebet sind für sie Kraftquelle und Keimzelle für eine sich erneuernde Kirche.

Das nächste Tanzwochenende mit Christine Braun in der Bildungsstätte St. Martin in Germershausen findet vom 25. bis 27. Oktober 2019 statt.

Autorin: Andrea Jagemann