Kath. Pfarrgemeinde St. Oliver, Laatzen | Tel.: 0511 98290-0

Übrigens …

bin ich auch Vater und stolzer Opa.

Meine kleine Enkeltochter, inzwischen auch schon in der 6. Klasse der St. Ursula Schule, kam zu mir.
„Opa, du musst mir helfen. Unserer Lehrerin hat uns in Religion eine Hausaufgabe aufgegeben, und ich weiß, du kannst mir helfen.“
Na klar. In Religion schaffe ich das noch bei meinen Enkelkindern und in Chemie auch noch, aber in Französisch gar nicht und in Mathematik kaum noch.
Der Psalm, 104 war der Ausgangpunkt der Überlegungen.
Der Psalm, in dem von den Wundern der Schöpfung der Welt berichtet wird.
„Opa, wir sollen davon berichten, was Gott uns alles geschenkt hat.“
Das ist einfach. Wir gehen in den Garten und sehen die Herrlichkeit der Schöpfung dieser Welt.
„Schau, hier ist ein Tannenzapfen, und wenn du diesen Zapfen ein wenig mit deinen Fingern auseinanderspreizt, dann findest du die Samen dieses Baumes. Vor vielen Jahren habe ich diesen Baum aus einem Samenkorn gezogen und gepflanzt und wachsen lassen. Schau, wie groß und kräftig er geworden ist.“
Wir gehen weiter.

Hier ist die Kürbispflanze. Viele Blüten gibt es noch, und große Kürbisse hängen an den langen, inzwischen trockenen, Ranken.  „Schau, das ist eine männliche Blüte.“ „Und warum?“ „Weil sie keine Frucht angesetzt hat, dass können nur die weiblichen Fruchtstände. Und schau, wie groß die Früchte der weiblichen Blüten geworden sind.“ Große Kürbisse, Hokkaido und Schlangenkürbisse, hängen an den Fruchtständen und warten darauf eine leckere Kürbissuppe zu ergeben.
Wir gehen weiter.

Weiter in der Schöpfung, die uns Gott geschenkt hat.
Am Walnussbaum kommen wir an. Erste Früchte sind erkennbar. „Opa, aber wo ist das, was wir essen können?“ Erst eine noch harte grüne Schale, dann ein brauner harter Kern, und dann erst eine Nuss. Das leckere Innere, das wir essen können. Ach ja, und die Eichhörnchen ernten zurzeit diese Nüsse und vergraben sie irgendwo im Garten. Und später wachsen hier neue Walnussbäume und Oma schimpft: „Opa, warum hast du hier einen neuen Baum gepflanzt?“
Und wir gehen weiter.

In meinem Garten gibt es auch einen Komposthaufen, der erklärt werden muss. Und eine Pumpe, die Grundwasser ohne Strom hervorbringt und nur mit Muskelkraft die Wassertonne voll macht.
Am Teich wachsen Blumen, die eigentlich unter Naturschutz stehen. Ich habe sie aus den Gräben von Ameland mitgebracht und sie gedeihen und blühen herrlich bei mir am Teich.
Meine Güte, wie schön hat Gott doch seine Welt gemacht.
Und es gibt ja auch noch Tiere. Im Garten die Meisen, die im Brutkasten 4 Junge in diesem Jahr zur Welt gebracht haben. Und viele andere Vögel. Auch das Rotkehlchen, das mir immer bei der Arbeit zuschaut und die vielen Eichhörnchen, die um den Baum herum kreischen. Manchmal am Himmel der Fischreiher, der meine Goldfische aus dem Teich zum Mittag verspeisen will. Leider auch Schnecken, die frische Triebe abfressen und Ameisen, viele Ameisen, die sich unter den Steinen der Terrasse aufhalten.
Aber die können wir nicht in eine Tüte stecken, um sie zu zeigen. Symbolisch nehmen wir für alle Tiere eine Feder, die eine Taube verloren hat.
Nach der Expedition im Garten gehen wir noch in die Krypta meiner Kirche, St. Bernward. An der Wand hat der Künstler Hanns Joachim Klug den Sonnengesang des Heiligen Franz von Assisi abgebildet. Den Wind und die Sonne, den Mond und die Sterne, die Pflanzen und die Tiere, und auch den Bruder Tod.

„Ja, jetzt verstehe ich, dass Gott die Welt so wunderschön gemacht hat, und ich glaube, wir müssen alles erhalten, was er und geschenkt hat.“
Ob die Lehrerin mit der Hausaufgabe zufrieden ist?  Ich denke schon.
Wir kennen uns, denn früher, ganz früher, haben wir beide den Kindergottesdienst in St. Bernward gestaltet, und den Kindern in unserer Gemeinde den Glauben an unseren Gott, den Schöpfer der Welt, lebendig weitergegeben.

Es hat Spaß gemacht. Damals und auch heute.

PS.: Und heute waren wir im Berggarten, um die Blättersammlung für die Biologiestunde zu erstellen. Kastanie und Robinie, Esche, Birke, Weide, Pappel, Eiche, Ahorn und Buche und Linde suchen wir.
Ach Herr, wie vielfältig ist doch deine Schöpfung.

Liebe Grüße

Gerhard Jonissek

Diakon

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