Aktuelles aus St. Oliver

Es dürfte für viele ein Tag der Wehmut werden:
Am 14. Juni wird in der Alt-Laatzener Kirche St. Mathilde die „vorletzte Messe“ gefeiert. Darauf haben sich Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat verständigt. Die Formulierung bezieht sich darauf, dass die 1938 geweihte Kirche damit nicht endgültig profaniert wird. „Wir wissen noch nicht, wie es langfristig weitergeht“, sagt Pfarrer Thomas Kellner. Sicher ist, dass die Gemeinde in St. Mathilde künftig keine regelmäßigen Gottesdienste mehr feiern wird. Zuletzt hatte es dort noch donnerstags sowie an Samstagabenden Heilige Messen gegeben, die nun entfallen. Es werde derzeit überlegt, die Kirche dennoch für persönliche Besuche offen zu halten, sagt Pfarrer Kellner. „Ich kann mir auch vorstellen, dass dort weiterhin besondere Gottesdienste stattfinden; Requiems oder Hochzeiten“, sagt er.
Derzeit wird ein Gutachten erstellt, das den Wert der Kirche und des ehemaligen Pfarrhauses beziffern soll. Auf dieser Grundlage soll dann die Höhe der Erbpacht berechnet werden, für den Fall, dass eine orthodoxe Kirchengemeinde St. Mathilde im Rahmen eines Erbpachtvertrages übernimmt. „Derzeit sind wir mit zwei interessierten orthodoxen Gemeinden im Gespräch“, sagt Pfarrer Kellner. Damit dürften Überlegungen, die Kirche zu einem Studentenwohnheim umzubauen, wohl vom Tisch sein – zumal sich dafür auch
erst einmal ein Investor finden müsste. Die Gemeindemitglieder hatten bei einer Abstimmung im Herbst 2024 dafür votiert, die Kirche St. Oliver zu erhalten. Auf das Gotteshaus in Laatzen-Mitte entfielen 929 Stimmen, auf St. Mathilde nur 278. Die Zahl der katholischen Kirchenmitglieder sinkt kontinuierlich. In Laatzen fiel sie von 5404 im Jahr 2022 auf nur noch 4948 im Jahr 2025. Auch die Zahl der Priester und der hauptamtlichen Mitarbeiter geht zurück – und zugleich steigen die Kosten für den Unterhalt von Kirchengebäuden. „Ich persönlich würde mir wünschen, dass die Kirche St. Mathilde als sakraler Raum des Gebets weiterhin erhalten bleibt“, sagt Pfarrer Kellner. Bei der Übernahme durch eine orthodoxe Gemeinde wäre dies der Fall.