Neues Weihnachtsmärchen der St.-Oliver-Gemeinde thematisiert Fridays-for-Future-Bewegung

Eigentlich ist Michael Hoppe Informatiker. Aber je mehr sich das Jahr dem Ende zuneigt, desto mehr wird er zum Theaterautor. Denn einmal im Jahr schreibt er für die katholische Männergemeinschaft der St.-Oliver-Gemeinde ein komplettes Theaterstück. Das Weihnachtsmärchen wird seit 42 Jahren immer im Dezember in der Kirche aufgeführt. Das diesjährige Stück „Naphriel – Ein Engel in Gefahr“ ist ab Freitag, 13. Dezember, zu sehen.

Stücke gibt es seit 1977
Die Aufgabe, alljährlich ein neues Stück zu verfassen, hat Hoppe von seinem Vorgänger Heinz Domdey übernommen. Dieser hatte das jährliche Weihnachtsmärchen „made in Laatzen“ 1977 ins Leben gerufen – und 30 Jahre lang Stücke für die Gemeinde geschrieben. Seit 2008 übt Michael Hoppe diese Aufgabe aus, obwohl er zuvor niemals Theaterstücke verfasst hatte. „Beim ersten Stück habe ich mich an der Vorlage meines Vorgängers entlanggehangelt“, erinnert sich der Laatzener. „Dann habe ich immer mehr einen eigenen Stil entwickelt.“

Das gesamte Jahr über denke er über die neue Geschichte nach, die er zu Weihnachten thematisieren will. Mit dem Schreiben beginne er stets im August. „Dann weiß ich auch, welche Schauspieler mitmachen.“ Dabei sind alle Schauspieler Kinder und Jugendliche der St.-Oliver-Gemeinde. „Ich schreibe die Rollen dann so, dass sie zu ihrem Alter und Charakter passen“, berichtet Hoppe. Dabei haben die Inhalte oft aktuelle politische oder gesellschaftskritische Bezüge. In diesem Jahr sind es der Klimawandel und die Fridays-for-Future-Bewegung. „Die Frage nach unserem Umgang mit der Schöpfung ist ein urchristliches Thema“, sagt Hoppe. Sie passe gut in die Weihnachtsgeschichte.

Engel arbeitet jetzt als Lehrer
In der Rahmenhandlung des aktuellen Stückes „Naphriel – Ein Engel in Gefahr“ geht es im Himmel hoch her. Die kleinen Schutzengelschüler sind von der Schule genervt und suchen nach Ablenkung. Dabei stoßen sie auf ein düsteres Geheimnis: In einem alten Buch finden sie einen Hinweis auf den vor Jahren verschwundenen Engel Naphriel. Dieser lebt mittlerweile unerkannt auf der Erde und arbeitet als chronisch schlecht gelaunter Lehrer in Laatzen. Weil er die Hoffnung und den Glauben an die Menschen zu verlieren droht, wittern die Mächte der Finsternis schon einen Triumph.

Seit Oktober haben 18 Jungen und Mädchen im Alter von fünf bis 13 Jahren das Stück einstudiert. Darunter sind auch viele neue Kinder, die bei der Aufführung erstmals auf einer Bühne stehen werden. „Die Theateraufführungen stärken das Selbstbewusstsein“, weiß Hoppe. „Kinder, die das ein paarmal mitgemacht haben, haben später kein Problem damit, vor Hunderten Menschen zu sprechen.“

Stück wird viermal aufgeführt
Unterstützung erhalten die jungen Schauspieler von Thomas und Vera Buchholz, die mit den Kindern proben und sich um Technik und Maske kümmern. „Anfangs haben wir einmal pro Woche geübt, mittlerweile treffen wir uns sogar zweimal“, berichtet Hoppe.

Die Bühne sei bereits Mitte November aufgebaut worden. Viele Kostüme stammen aus dem festen Fundus der St.-Oliver-Gemeinde und seien von Magda Ballmüller und Lidia Krenskie überarbeitet worden.
Das Stück ist für Kinder und Erwachsene geeignet und wird im Pfarrzentrum an der Pestalozzistraße 24 insgesamt viermal aufgeführt: am Freitag, 13. Dezember, ab 19.30 Uhr im Rahmen des Abends im Advent der Männergemeinschaft, am Sonntag und Montag, 15. und 16. Dezember, ab 15 Uhr, sowie am Mittwoch, 18. Dezember, ab 16 Uhr, im Rahmen des Seniorennachmittags.

Text: Leine Nachrichten vom 11.12.2019, Stephanie Zerm
Foto: Paula Buchholz, Andreas Müller