Wir verzichten auch mal auf das Zölibat

Mit vielen Sketchen und Musik haben rund 150 bunt verkleidete Gäste im Pfarrsaal der katholischen St.-Oliver-Kirchengemeinde am Sonnabend Karneval gefeiert. Das erste Wort hatte das Prinzenpaar Simone und Jürgen Volkwein bei ihrer Büttenrede. „Ich begrüße euch in JoLiMa, ob Laatzener, Pattenser oder Hannoveraner, ob Hexe, Punker oder Clown oder bezaubernde Meerjungfrauen“, sagte Jürgen Volkwein. Seinen Worten folgte der klassische Tusch.

Durch das Programm führte wie jedes Jahr Sitzungspräsident Christian Rau. Die beiden am häufigsten verwendeten Worte des Abends waren vermutlich Helau und JoLiMa. Die Abkürzung bezeichnet die katholischen Kirchen St. Joseph, St. Oliver und St. Mathilden in Laatzen. Mit einem Augenzwinkern gab Jürgen Volkwein der katholischen Kirche auch noch einen Rat mit auf den Weg: „Manchmal auch neue Wege gehen, vielleicht ein guter Rat, wir verzichten auch mal auf das Zölibat“, sagte er unter dem Applaus der Anwesenden.

Volkwein gehört auch zu den drei Hofmusikanten der Gemeinde. Doch an dem Abend mussten Peter Braun und Burkhart Kindel auf ihren dritten Mann verzichten. Das tat der Stimmung während ihres Auftritts keinen Abbruch. Das Duo spielte unter anderem eine Coverversion des Klaus-Lage-Songs „1000 und 1 Nacht“ – in Anspielung darauf, dass Simone und Jürgen Volkwein schon seit Jahren darauf warten, das Prinzenpaar zu stellen. „1000-mal probiert, 1000-mal ist nichts passiert, 1000-mal nächstes Jahr, ihr seid das Prinzenpaar“, hatten Braun und Kindel gedichtet.

Für die Sketche sorgten die Mitglieder der Gemeinde, darunter einige jugendliche Ministranten. Gabriele Hübner berichtete in ihrer Rolle als Frau Meyer davon, wie sie eine vergessene Tupperdose in ihrem Kühlschrank entdeckte und sich mit deren verdorbenem Inhalt auseinandersetzen musste. Beim Auftritt der Gesangtheatergruppe Patina trifft Vintage kam eine Teilnehmerin vermeintlich zu spät und wischte sich gestresst über die Stirn. „Schuld war mein Mann Ernst. Der Ernst meines Lebens.“

Die Besucher ließen an dem Abend den Ernst des Lebens offenbar erfolgreich hinter sich. Dafür sprachen nicht nur etliche Lacher während der Sketche, sondern auch der ausgiebige Tanz in den Pausen. „Diese Gemeinde feiert den Karneval schon seit 36 Jahren. Und wir haben immer noch Spaß daran“, sagte Braun augenzwinkernd.

Quellenangabe: Laatzen/Sarstedt vom 17.02.2020, Seite 1

Video: Andreas Müller, Foto: Kornelia Moritz